Leonardo Forum

Unbeantwortetes Thema

Finnlandaustausch 2014 Zwischenbericht


Autor Nachricht
Verfasst am: 26. 01. 2014 [16:06]
SvenjaK
Dabei seit: 26.01.2014
Beiträge: 1
Hyvää päyvää!

Guten Tag und viele Grüße aus Finnland!

Ich bin Svenja Knocke und mache seit 2012 meine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in der Uniklinik Göttingen. Schon am Anfang der Ausbildung wurde uns erzählt, dass die Möglichkeit besteht ein Auslandspraktikum in Finnland, Österreich oder der Schweiz zu machen. Für mich war klar, dass wenn nur Finnland in Frage kommen würde. Warum? Ganz einfach, weil ich die nordischen Länder liebe und fast jeden Urlaub in Norwegen und Schweden verbracht habe und nun ein weiteres nordisches Land mit seiner Kultur kennen lernen wollte. Außerdem würde es eine Herausforderung sein, in einem Land mit einer anderen Sprache zu leben in dem man sich auf Englisch und auch Finnisch verständigen musste.

Aber nun ganz von vorne:

Juni 2013 stand es endlich fast fest. Ich bin eine der Glücklichen, die mit nach Finnland darf. Es herrschte natürlich große Aufregung in unserer Gruppe und wir waren natürlich schon alle am überlegen, wie es wohl werden würde. Ohne, dass wir schon eine endgültige Zusage für das Stipendium hatten, trauten wir uns, einfach schon unsere Flüge zu buchen, da wir auf jeden Fall alle 6 Mädels zusammen fliegen wollten. Es musste viel Papierkram erledigt werden, was nicht immer sehr einfach war und in Stress ausartete, weil man ja die Fristen einhalten musste. Uns rauchten die Köpfe nach etlichen Bewerbungsschreiben und Formularen auf Deutsch und auf Englisch. Viele von uns mussten hier und dort noch einige Verbesserungen tätigen, bis dann Ende Oktober endlich unsere Verträge und die endgültige Zusage von der Uni Hannover und dem EU-Hochschulbüro kam. Mir und den anderen auch, viel ein Stein vom Herzen, dass jetzt wirklich alles in trockenen Tüchern sein sollte mit unserer Reise nach Finnland.

Also machten wir uns über das Internet auf die Suche nach einer passenden Unterkunft für uns in Turku. Leider hatten wir nicht so viel Informationen, wo wir uns wegen einer Wohnung oder ähnlichem melden konnten. Die Gruppe, die das Jahr vor uns in Finnland war, nannte uns das Retrodorm, in dem sie letztes Jahr gewohnt hatten. Also meldeten wir uns dort an und warteten auf eine Meldung. Allerdings war nach ein paar Tagen absehbar, dass wir keine Antwort auf unsere Anmeldung bekommen würden. Also schauten wir uns weiter im Internet um, was sich aber als sehr schwierig gestaltete, denn die meisten Student Villages nahmen nur Studenten für ein halbes Jahr. Nicht nur für 2 Monate. Und leider ließen sie auch nicht mit sich reden und waren für keinen Kompromiss bereit. Also standen wir wieder ohne eine Unterkunft da und waren alle schon sehr verzweifelt, bis uns unsere finnischen Tutoren (auch Studenten in Turku) anschrieben. Ich habe meiner Tutorin Sanni von unserem Problem geschrieben und sie nahm sich unser an. Da sie auch den Heimvorteil hatte, benachrichtigte sie uns relativ schnell, dass sie zwei Möglichkeiten für uns hätte. Einmal ein Doppel-Appartment in einer Art Wohnheim, allerdings relativ weit entfernt von der Innenstadt und die zweite Möglichkeit ein Appartment für 6 Personen direkt in der Innenstadt! Da war ja dann sofort klar für welches wir uns entschieden!

Ein Glück, dass es engagierte Tutoren gibt, sonst hätten wir jetzt wohl kein Dach über dem Kopf.

Da wir von Frankfurt nur bis nach Helsinki geflogen sind, nutzten wir natürlich gleich die Gelegenheit uns Helsinki anzuschauen. Wir übernachteten dort das Wochenende in einem Hostel in einem alten Stadion. Ein Zwölferzimmer war zwar nicht die beste Variante aber für zwei Nächte echt okay. Mit der Straßenbahn war man relativ schnell in der Innenstadt. Sich die dortigen Kirchen und den Senatsplatz anzuschauen war ein Muss, sowie der Hafen mit seinen kleinen Segelschiffen und dem Märktchen davor. Helsinki hatte teilweise noch seine Weihnachtsbeleuchtung hängen und es fühlte sich auch immer noch etwas weihnachtlich an. Wir hatten uns das perfekte Wochenende für Helsinki ausgesucht, denn an diesem Wochenende war das Event „Lux Helsinki“ bei dem passend zu der dunklen Jahreszeit die schönsten Gebäude bunt erleuchtet wurden um den Einwohnern ein bisschen Licht zu bringen. Dazu konnte man passender Musik lauschen, zu der das Licht seine Farbe wechselte.

Da wir Freitags ankamen, fuhren wir mit dem Zug am Sonntag von Helsinki nach Turku. Die Angestellten am Schalter des Bahnhofs waren sehr nett und konnten uns auch gut Auskunft geben welcher Zug der günstigste für uns war. So bezahlten wir mit Gruppenrabbat 26€ pro Person, da wir noch keine Studentenausweise hatten. So konnten wir uns auf der Zugfahrt ein bisschen von unseren bisherigen Strapazen erholen und die vorüberziehende Landschaft genießen. Was man allerdings dazu sagen sollte, dass Momentan kein besseres Wetter als in Deutschland war. Also lag auch noch kein Schnee und die Plustemperaturen ließen nur Regen zu. Aber das sollte uns noch nicht weiter stören. In Turku wurden wir schon herzlich von unseren Tutoren am Bahnhof erwartet und empfangen. Da Sanni mit ihrem Auto gekommen war, konnten wir unsere Koffer dort hinein tun und sind mit Annika (der anderen Tutorin) mit dem Bus zu unserem Appartement gefahren. So viele Eindrücke auf einmal, dass wir aus dem Staunen gar nicht heraus kamen, als wir unser Appartement das erste Mal sahen. Wir waren überwältigt! Eine Wohnung im 7. Stock mit Ausblick über Turku. Direkt vor unseren Augen der Dom und wenn man aus der Tür trat, hatte mein gleich den Fluss zu seinen Füßen. Selbst Sanni und Annika sagten uns, dass dies eine exklusive Wohnung wäre und die beiden ein bisschen neidisch sind. Wir liegen so zentral, dass alles schnell erreichbar ist und wir keine Probleme hatten uns zu orientieren und auch unsere Tutoren standen uns für allerlei fragen offen.

Die erste Woche war eher noch etwas entspannend, denn sie war zum orientieren für uns da. Wir hatten einige Treffen in der Turku University of Applied Science um von unseren Lehrern und Projektleitern sowie Tutoren Willkommen geheißen zu werden. Dazu mussten wir in der ersten Woche auch einige organisatorische Dinge erledigen, wie zum Beispiel die Untersuchung beim Betriebsarzt vor Ort, Besorgung der Busfahrkarten und einiges mehr. Zur Orientierung gehörte natürlich auch, mit unseren Tutoren das Nachtleben von Turku kennen zu lernen sowie eine Willkommensparty für die Exchange Students.

In der ersten Woche hatten wir noch viel Regen, aber am ersten Wochenende in Turku schlug das Wetter urplötzlich um und es wurde knackig kalt und ganz viel Schnee fiel. Man kann von unserer Wohnung aus Turku sehr gut zu Fuß erkunden. Somit besuchten wir schon die Burg von Turku, liefen entlang des Aurajoki, entdeckten verschneite Freilichttheater und vieles mehr. Dadurch, dass Turku ein sehr gutes und zuverlässiges Busnetz hat, kann man sehr schnell von A nach B reisen und hat keine Probleme irgendwelche Orte zu erreichen. So konnten wir auch schon unser erstes Eishockeyspiel von Turku besuchen, welches Turku auch gewann! Da es die letzten Wochen immer mindestens -10°C fror der Fluss sowie auch das Meer zu und wir kamen an diesem Wochenende in den Genuss über das Meer zu laufen, als wir die Insel Ruissalo besuchten. Wir haben noch sehr viel auf unserer Liste stehen, was wir hier unbedingt machen wollen. Zum Beispiel: Eislochbaden, Saunieren, mit dem Schiff nach Stockholm fahren und den Nationalpark in der Nähe von Turku besuchen. Letzte Woche haben wir dann auch angefangen unseren Lapplandtrip zu planen, denn das ist ein absolutes Muss wenn man schonmal in Finnland ist! Also sind Zugtickets schon gekauft und ein Cottage haben wir auch schon gebucht.

Mit unserer Arbeitsstelle hat sich unsere zuständige Uni-Tutorin bereits in Verbindung gesetzt, wann wir anfangen sollten und wo wir hin mussten. Die Kollegen können alle sehr gut Englisch und es wird darauf geachtet, dass man an seiner Arbeitsstelle immer einen Ansprechpartner hat.

Mein bisheriges Fazit: Es hat sich gelohnt, diesen ganzen Berg an Papierkram zu meistern um hierher zu kommen. Es gibt hier ganz viel zu erleben und jeder bemüht sich sehr, uns einen angenehmen Aufenthalt hier zu ermöglichen. Ich würde dieses Abenteuer immer wieder machen und kann es nur jedem wärmstens empfehlen so etwas zu machen.

Moi Moi und Tschüss

Eure Svenja



Benutzeranmeldung

Bitte Benutzernamen und Passwort eingeben, um sich im Leonardo Forum anzumelden. Um Beiträge LESEN zu können, ist KEINE Anmeldung erforderlich!

Hinweis

Jeder Beitrag wird vom Leonardo Team kontrolliert und erst danach freigeschaltet. Sie erhalten keine Bestätigungsmail darüber, dass ihr Bericht akzeptiert wurde. Ob der Bericht akzeptiert wurde, lässt sich über den jeweiligen Ordner ihres Ziellandes prüfen. Ist der Bericht angenommen worden, befindet er sich in der Regel eine Woche nachdem Sie ihn hochgeladen haben im Ordner ihres Ziellandes. Die Inhalte der Beiträge macht sich das Leonardo Team nicht zu eigen, sie spiegeln auch nicht dessen Meinung wider. Außerdem behält sich das Leonardo Team vor, Beiträge aus dem Forum zu entfernen, die rechts- oder sittenwidrig sind oder das Ansehen der Leibniz Universität Hannover und ihrer Einrichtungen beschädigen.

Letzte Änderung: 29.06.2015