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Zwischenbericht Trainee bei VTT Technical Research Centre of Finland in Espoo


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Verfasst am: 29. 06. 2015 [09:20]
Heidar
Dabei seit: 29.06.2015
Beiträge: 1

Moi,
Mein Name ist Heidar, bin 26 Jahre alt und entschied mich zu einem Praktikum in Finnland. In Deutschland studiere ich Umwelt-Ingenieurwesen an der TU Clausthal. Die Wahl fiel auf Finnland, da die Finnen im globalen Vergleich in meinem Arbeitsfeld, der Endlagerung radioaktiver Abfälle, am weitesten fortgeschritten sind. Gemeinsam mit dem mich betreuenden Professor habe ich die Möglichkeiten sondiert. Dank ausgezeichneter Vernetzung war eine erfolgsversprechende Stelle schnell gefunden – Das VTT Technical Research Centre of Finland ist die größte Einrichtung für Auftragsforschung in Nordeuropa und wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte, perfekt für ein auf mich zugeschnittenes Praktikum auf geeignet.
Nachdem der Praktikumsplatz organisiert war, galt es im nächsten Schritt, die Finanzierung zu organisieren. Nach einer Beratung beim internationalen Zentrum sowie beim Praktikantenamt der TU Clausthal, erschien das Programm Erasmus Plus als am besten geeignet.
Die Vorbereitung gestaltete sich als recht entspannt, da der Umfang der einzureichenden Unterlagen überschaubar und die Unterstützung seitens der zuständigen Hochschulbeauftragten exzellent war. Gerade wenn man bereits einige Zeit seines Studiums im Ausland verbringen durfte, ist man von vornherein auf den Organisationsaufwand eingestellt, sodass alle Fristen, z.B. zum Einreichen der vollständigen Antragsunterlagen, problemlos eingehalten werden können.
Das Finden einer geeigneten Unterkunft kann viel Zeit in Anspruch nehmen und durchaus einige Nerven kosten. Daher möchte ich zu einem frühzeitigen Beginn der Wohnungssuche raten. Zunächst versuchte ich es mit einem Vorlauf von ca. 6 Monaten bei der Wohnheimverwaltung der Universität, auf dessen Campus sich meine Arbeitsstätte befindet, ohne dass eine direkte Verknüpfung der beiden Einrichtungen besteht. Da auch einem Monat vor anvisiertem Praktikumsantritt keine Entscheidung seitens der Wohnheimverwaltung getroffen war, entschloss ich mich auch im privaten Wohnungsmarkt umzusehen. Durch Internetportale sowie Facebook-Gruppen ist das Einholen von Wohnungsangeboten ein Leichtes gewesen. Zwar wurde mir zwei Wochen vor Beginn meines Finnlandaufenthaltes ein unmöbliertes Zimmer von der Wohnheimverwaltung zugesprochen, allerdings entscheid ich mich insbesondere wegen der besseren Lage für eine Bleibe, die privat vermietet wurde. Es handelte sich dabei um ein Haus, dass ich mit vier weiteren Studenten aus Finnland, dem Iran sowie Indien teilen durfte. Aufgrund der Nähe zur Küste und zu zahlreichen Waldgebieten, der netten Mitbewohner, der üppigen Ausstattung inkl. Original finnischer Sauna, dem kurzen Arbeitsweg und der guten Verbindungen nach Helsinki fühlte ich mich sofort wohl und geborgen.
Die Tätigkeiten in dem Unternehmen sind allesamt spannend und passen perfekt zu meiner Studienrichtung. Bei der Auswahl von Aufgaben wurde sogar mit mir gemeinsam abgestimmt. Zu meinen Aufgaben zählen insbesondere die Mitarbeit im Labor und in der Forschungshalle sowie das Zusammentragen, die Auswertung und die Visualisierung der gewonnen Daten. Man findet stets einen Ansprechpartner. Sodass Zweifel jeder Zeit ausgeräumt werden können. Ein besonderer Vorteil ist die Tatsache, dass mein Vorgesetzter ebenfalls aus Deutschland stammt und wir dementsprechend die besonders kniffligen Fragestellungen, sofern wir uns in einem Vier-Augen-Gespräch unterhalten, auch auf Deutsch klären können. Ansonsten ist die Arbeitssprache Englisch. Da beinahe alle Mitarbeiter neben nationaler auch internationale Aufträge bearbeiten, stellt dies auch keinerlei Hürde dar. Auch in der Freizeit, beim Einkauf im Supermarkt und eigentlich überall kann man auch Englisch kommunizieren, sodass Grundkenntnisse des Finnischen nur beim Vereisen in abgelegener Regionen wirklich nützlich sind. Die Finnen sind sich der Besonderheit und Schwierigkeit ihrer Sprache völlig bewusst und verzeihen gern mangelnde Sprachkenntnisse oder Versprecher. Nichtsdestotrotz sollte man, allein des Respekts Gegenüber des Gastlandes wegen, zumindest einige simple Floskeln und Begriffe wie Begrüßungen und Verabschiedungen auf Finnisch beherrschen.
Glücklicherweise darf ich hauptsächlich im Sommer meinen Aufenthalt in Finnland verbringen. An die langen Tage und die kurzen Nächte gewöhnt man sich recht schnell, geeignete Jalousien und/oder Gardinen dürfen allerdings nicht fehlen. Allgemein geben die zahlreichen Sonnenstunden sehr viel Energie, sodass man viel in der Natur aktiv sein kann, wozu sich Finnland bestens eignet. Generell habe ich den Eindruck, dass es sich bei den Finnen um ein sehr sportliches Volk handelt. Die Fitnessstudios sind gut besucht, es wird viel gejoggt, gewandert, Fahrrad gefahren und geschwommen. Der Sommer wirkt sehr belebend und man versucht ihn so gut wie möglich auszukosten. Der nächste Winter mit wenig Sonnenlicht kommt garantiert. Bis dahin werde ich versuchen, den kurzen Sommer zu genießen und Finnland mit möglichst vielen Reisen besser kennenzulernen. Insgesamt bin ich bisher äußerst zufrieden, freue mich auf das Kommende und möchte hiermit schon mal eine Empfehlung für Finnland aussprechen.



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Letzte Änderung: 29.06.2015