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Assistant Teacher an der "Karsikon Koulu" in Joensuu - Finnland


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Verfasst am: 01. 10. 2015 [21:07]
Jeanette90
Dabei seit: 01.10.2015
Beiträge: 1
Moi!

Mein Name ist Jeanette und ich bin 25 Jahre alt. Im August dieses Jahres habe ich mein Lehramtsstudium abgeschlossen. Vor mittlerweile vier Wochen habe ich dann meine Reise nach Finnland angetreten.

Doch wieso gerade Finnland und dann auch noch im Herbst beziehungsweise Winter? Dieser Frage durfte ich mich in den Wochen vor meiner Abreise des Öfteren stellen. Natürlich wussten meine Kommilitonen genau, warum ich mich für eines der skandinavischen Länder entschieden hatte. In den Medien und auch während meines Studiums in Hildesheim wurde vor allem das finnische Schulsystem gelobt. Nun wollte ich natürlich wissen, was dieses System so besonders macht.

Durch eine gute Freundin wurde recht schnell der Kontakt zu einer Grundschule in Finnland hergestellt, wo sie zuvor ihr Praktikum absolvierte. Nachdem die Schule großes Interesse an einem weiteren Assistant Teacher zeigte, ließ ich ihnen meine Bewerbungsunterlagen zukommen. Kurze Zeit später erhielt ich die Zusage. Natürlich stand die Frage der Finanzierung ganz oben auf meiner Liste. Deshalb bewarb ich mich nach der Zusage der Schule für das Erasmus+ Stipendium. Auch hier hatte ich Erfolg. Nachdem ich nun beide Zusagen in der Tasche hatte, kümmerte ich mich um Unterkunft, Flug und Versicherung. Hierbei wurde ich durch meine Freundin und hinzu durch meine zuständige Betreuerin vor Ort unterstützt. Wenige Wochen danach hieß es dann schon Sachen packen.

Am 31.08.2015 flog ich mit Finnair von Frankfurt am Main via Helsinki nach Joensuu. Meine Aufregung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu leugnen. Jedoch wurde ich sofort herzlich von meiner Betreuerin empfangen, die mich vom Flughafen abholte. Nachdem wir den Flughafen verließen, stieg mir sofort der herrliche Geruch von Nadelwald in die Nase. Nach dieser netten Begrüßung und der faszinierenden Landschaft war die größte Aufregung sofort verflogen. Meine Ansprechpartnerin zeigte mir die vorerst wichtigsten Anlaufstellen in Joensuu und legte einen kleinen Zwischenstopp beim Supermarkt ein. Natürlich zeigte sie mir auch den Weg zur Schule. Anschließend besichtigten wir mein Apartment, welches sehr gut ausgestattet ist und dazu noch über einen Balkon mit super Ausblick verfügt. Abgeschlossen wurde mein erster Tag in Joensuu mit einem leckeren Essen in einer Pizzeria. Am Abend meiner Ankunft schlief ich somit beruhigt und voller Vorfreude ein.

Am nächsten Tag richtete ich mich in meinem Apartment ein und erforschte das Wohnheim. Außerdem erkundete ich die Innenstadt ein wenig. Die wichtigen Anlaufstellen, wie Bankautomat, Supermarkt oder Apotheke sind nur wenige Minuten von meinem Apartment entfernt.

Am darauffolgenden Montag ging es dann in meine Schule, die „Karsikon Koulu“. Auch hier wurde ich herzlich begrüßt. Zunächst wurde ich durch das gesamte, nur wenige Monate alte Schulgebäude geführt. Dieses ist sehr modern und bestens ausgestattet. In jedem Klassenraum befindet sich ein Beamer, Computer und Overheadprojektor. Außerdem verfügt die Schule über zwei Klassensätze I-Pads. Die Lerninhalte werden somit häufig digital präsentiert. Nach dem Rundgang durfte ich bereits an einigen Englischstunden teilnehmen. Im Anschluss an den Unterricht fand die wöchentliche Betriebsversammlung statt, in der ich allen Kollegen vorgestellt wurde. Die restlichen Tage der Woche habe ich hauptsächlich in den Englischstunden der Klassen drei bis sechs hospitiert. Außerdem habe ich noch Unterricht in den Fächern Mathematik, Religion, Französisch, Kunst, Musik und Sport beobachten dürfen. Insgesamt habe ich in der ersten Woche viel über den Aufbau des Schulsystems erfahren. Neben den regulären Klassen existieren noch die Special Need Klassen. Die Klassen bestehen meist nur aus zehn bis zwanzig Schülern, welche von verschiedenen Lehrkräften betreut werden. Unterschieden wird hierbei zwischen Klassenlehrern, Fachlehrern, Assistenzlehrern und Lehrern mit sonderpädagogischen Ausbildung. Die Special Need Klassen werden neben der Lehrkraft mit sonderpädagogischer Ausbildung zusätzlich noch durch Assistenzlehrer betreut. Viel weiter möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht auf den Aufbau eingehen, da mein Bericht hoffentlich Interesse weckt und der Raum für eigene Erfahrungen bestehen bleiben sollte.

In der zweiten Woche habe ich mit Hilfe meiner Betreuerin einen für mich interessanten und passenden Stundenplan erstellt. Natürlich kann dieser jederzeit an meine Vorstellungen angepasst werden. So besuche ich seit drei Wochen hauptsächlich den Englisch-, Französisch-, Musik-, Kunst-, Mathematik- und Biologieunterricht. Außerdem begleite ich eine Special Need Klasse. Die Lehrkräfte bemühen sich stets die wichtigsten Inhalte der Stunde für mich auf Englisch zu übersetzten und somit spielt die Sprachbarriere keine größere Rolle. Im Englischunterricht durften bereits einige kleinere Unterrichtsphasen übernehmen und mündliche Übungen mit einzelnen Kindern durchführen. In den anderen Fächern betreue ich oft einzelne Gruppen bei der Arbeit oder gebe der gesamten Klasse Hilfestellungen.Ich wurde somit sehr gut in den Unterrichtsalltag eingeplant aber auch in der Freizeit durfte ich die Lehrer besser kennenlernen. Und eins sei gesagt, die Finnen, die ich kennenlernen durfte sind alles andere als schüchtern und ruhig. Das Kollegium ermöglicht mir somit einen interessanten, aber auch spaßigen Aufenthalt in der Schule.

Selbstverständlich empfehle ich die Teilnahme an einem Sprachkurs. Ich besuche zweimal wöchentlich einen Finnischkurs. Begonnen hat dieser eine Woche nach meiner Ankunft, was für mich perfekt war. Nach knapp vier Wochen kann ich mich nun schon auf Finnisch vorstellen, was besonders bei den Kindern für Begeisterung sorgt.

In meiner Freizeit konnte ich nach der Schule in meinem Wohnheim schnell neue Kontakte zu den restlichen Bewohnern knüpfen, die fast alle Austaschstudenten aus den verschiedensten Ländern sind. An den Wochenenden kommt somit auch nie Langeweile auf. Joensuu bietet viele Sportmöglichkeiten und auch nette Orte zum gemeinsamen Verweilen. Gerade für Naturliebhaber hat Finnland einiges zu bieten.

Joensuu eignet sich somit perfekt für ein mehrmonatiges Praktikum. Neben den wertvollen Erfahrungen in der Schule und der Erweiterung meiner Sprachkenntnisse möchte ich vor allem nicht die tollen Menschen missen, die ich hier kennenlernen durfte. Ich würde jederzeit wieder nach Joensuu kommen!

Moi, Moi 



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Letzte Änderung: 29.06.2015