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Zwischenbericht Turku-Health Care Work Exchange


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Verfasst am: 10. 04. 2017 [09:32]
Benedikt.Spa
Dabei seit: 10.04.2017
Beiträge: 1
Hyvää paivää ja hei!

Ich bin Benedikt und befinde mich zur jetzigen Zeit (seit zwei Wochen) in einem Austausch in Turku. In Deutschland besuche ich die Krankenpflegeschule der Universitätsmedizin Göttingen. Über unsere Schule habe ich erfahren, dass über Erasmus ein Austausch und ein Stipendium nach Finnland und Österreich angeboten wird. Ich habe mich für Finnland entschieden, da ich in ein Land wollte, in dem nicht deutsch gesprochen wird und in dem ein komplett anderes Gesundheitssystem vorliegt. Mit mir sind noch vier weitere Schüler aus meinem Jahrgang nach Finnland gereist.
Unsere Vorbereitungen begannen im September 2016: Zuerst mussten wir einen Haufen an Papierkram erledigen, wie zum Beispiel das Ausfüllen des Learning Agreements und die Bewerbung an der Universität in Turku und noch einiges mehr. Dieser ganze Aufwand hat sich aus heutiger Sicht auf jeden Fall sehr gelohnt. Nachdem wir dieses alles erledigt hatten, haben wir uns um einen Sprachkurs gekümmert. Diesen konnten wir an der Volkshochschule in Göttingen absolvieren. Somit konnten wir uns eine Basis an finnisch aneignen. Dieser Kurs umfasste 30 UE. Unsere Finnischlehrerin war sehr engagiert und hat uns in vielen Dingen für Finnland unterstützt. Außerdem gab und gibt sie uns jetzt immer noch Reisetipps für die Wochenenden. Mit ihrer Hilfe konnte ich dann endlich eine Wohnung für uns fünf zusammen klarmachen. Wir haben eine vollmöbelierte Wohnung über www.kalustettuasunto.fi gemietet. Zeitgleich haben wir uns auch um unsere Flüge gekümmert und über das Reisebüro für 200€ gebucht.
Wir haben uns auch mit ehemaligen Schülern getroffen und ausgetauscht, welche diesen Austausch vor uns gemacht haben. Diese konnten uns viele Tipps im Bezug auf organisatorische Dinge und im Bezug auf Reisen geben. Nach weiteren Besorgungen wie zum Beispiel das Kaufen von warmer Kleidung und das Kaufen von Proviant für den ersten Anlauf waren alle im Stande bereit zu fliegen. Am Samstag, den 25.03.2017, war es endlich soweit. Wir sind mit dem Flugzeug von Berlin nach Helsinki geflogen. Praktischerweise haben wir das erste Wochenende auch gleich in Helsinki verbracht. Diese Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am Sonntagnachmittag sind wir dann für 8€ mit dem Bus nach Turku gefahren. Uns ist dabei aufgefallen, dass Finnland ein viel besser ausgebautes Fernbusnetz hat und dass sogar auch die Tickets viel günstiger sind als in Deutschland. Angekommen in Turku, haben uns zwei unserer Tutoren freundlich empfangen. Nach einer schnellen Begrüßungsrunde fuhren uns diese erst einmal in unser gemietetes Apartment. Das coole an Finnland ist, dass hier fast alle Einkaufsmöglichkeiten auch am Sonntag geöffnet haben. Also sind wir erst einmal einkaufen gefahren. Das war der längste Einkauf meines Lebens, den ich bei Lidl getätigt habe... 1,5 Stunden hat das gedauert. Aber es hat sich gelohnt. Am Tag darauf hatten wir ein Treffen mit der internationalen Koordinatorin an der Universität ausgemacht. Dort mussten wir weitere organisatorische Dinge erledigen, wie zum Beispiel das Formular für die Busfahrkarte ausfüllen. Am folgenden Tag haben wir uns mit einer Nursing-Lehrerin an der Universität getroffen. Diese mal haben wir unsere 2*3 Wochen Einsatzpläne bekommen. Diesen Tag werde ich auch nicht vergessen: An dem Tag war für mich und meine Mitschülerin direkt nach dem Gespräch mit der Lehrerin ein MRSA-Abstrich vorgesehen, der übrigens Pflicht ist. Da das Labor etwas außerhalb von Turku lag, hat uns diese Lehrerin mit einem sehr rasanten Fahrstil zum Labor gefahren. Hinter uns hat man nur noch Staubwolken gesehen. Damit war dann alles organisatorische erledigt.
Wir haben uns in den nächsten Tagen ein paar mal mit unseren Tutoren getroffen, mit denen wir zum Beispiel eines Abends durch Kneipen gezogen sind oder diese uns die Stadt gezeigt haben. Ich bin selbstständig vorab schon einmal zu dem Krankenhaus gefahren, in dem ich eingesetzt werden sollte, und habe mich wegen der Arbeitskleidung erkundigt. Mein erster Einsatz ist im City Hospital auf der Station Hämatologie, der zweite Einsatz von mir stand noch nicht fest.
An dem Donnerstag haben wir eine Reise unternommen. Wir sind mit der Nachtfähre nach Schweden gefahren und haben dort Stockholm für einen Tag besichtigt. Es ist auf jeden Fall lohnenswert und nicht teuer. Am Abend hat uns die Fähre über Nacht wieder zurück nach Turku gebracht.
Man sagt ja, dass die Finnen gerne in die Sauna gehen. Also haben wir das auch gemacht. Finnlands Saunakultur ist ganz anders als die Deutsche. Zum Beispiel tragen die Leute in fast allen öffentlichen Saunen Badebekleidung. Aber man sollte es auf jeden Fall selbst ausprobieren. Nach einer Woche „Ankommen im Land“ und etwas Erkunden, hat die Arbeit am Montag auch schon begonnen. Ich wurde auf meiner Station freundlich empfangen und durfte mir unter Einbehaltung der Bedingungen de Dienstplan selbst schreiben. Man fühlt sich anfangs etwas komisch, da alle um einen herum eine fremde Sprache sprechen, aber auf Englisch konnte man sich gerade mit den jüngeren Kollegen sehr gut unterhalten. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch an die finnische Sprache. Den Finnen macht es Spaß, ihre eigene Sprache zu unterrichten.
Ich bin schon sehr gespannt, wie die nächsten Wochen verlaufen werden. Wir haben noch vor mit der Fähre nach St. Petersburg zu fahren, Tallinn zu besuchen und am Ende noch nach Lappland zu fahren. Ich habe gehört, dass dort der Weihnachtsmann wohnen soll.

Bis dann,

hei hei! oder moi moi!

Euer Benedikt



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Letzte Änderung: 29.06.2015