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Zwischenbericht Hausgeburtshilfe Island


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Verfasst am: 22. 10. 2017 [17:33]
Julia333
Dabei seit: 31.08.2017
Beiträge: 1
Ich bin Julia, Hebammenschülerin aus Braunschweig und ich mache seit zwei Wochen ein Externat in Island, in der Nähe von Reykjavik, bei einer Hausgeburtshebamme.
Während meiner Ausbildung gibt es drei sogenannte Externate, in denen außerklinische Erfahrungen in Geburtshilfe, Vor-/Nachsorge und Kursen rund um Schwangerschaft und Rückbildung gesammelt werden sollen.
Ich habe mich schon früh dafür entschieden eines dieser vierwöchigen Externate im Ausland zu absolvieren. Als ich dann davon erfuhr, dass meine Lehrerin eine Hausgeburtshebamme in Island kennt, war meine Entscheidung gefallen.
Schnell konnte ich Kontakt zu besagter Hebamme über Facebook herstellen. Einen Anruf später war Alles klar, es gab schon einige Anmeldungen von Schwangeren für Hausgeburten für meinen Praktikumszeitraum und die Hebamme freute sich sehr über meinen Wunsch sie zu begleiten.
Nun musste ich noch eine Unterkunft finden. In Island sind Hostels im Vergleich zu Deutschland recht teuer. Daher versuchte ich über eine Facebook Gruppe, auf die mich die Hebamme aufmerksam machte, eine private Unterkunft zu finden.
Ich bekam kurze Zeit später mehrere Angebote und entschied mich für ein Zimmer bei einer Jungen Familie mit zwei kleinen Kindern. Dies war das günstigste Angebot und sie wohnt nur eine Straße vom Haus der Hebamme entfernt.
Vor meinem Abflug besorgte ich mir noch Isländische Kronen und eine Prepaid Kreditkarte. Im Nachhinein eine gute Entscheidung. In Island wird fast ausschließlich bargeldlos gezahlt. Es wird in Bussen zum Beispiel auch kein Wechselgeld herausgegeben, wenn man bar zahlt.
Außerdem habe ich auf Wunsch der Hebamme nach meinem letzten Dienst im Krankenhaus in Deutschland einen Test auf MRSA gemacht. Dieser ist zum Glück negativ ausgefallen. Bei einem positiven Test wäre es mir nicht erlaubt gewesen die Hebamme in ein Krankenhaus in Island zu begleiten.

Mein Flug ging spät am Abend und ich landete um Mitternacht Ortszeit am Flughafen von Keflavik. Es gibt eine super Verbindung nach Reykjavik, der Flybus fährt nach jedem ankommenden Flug zeitnah in Richtung Hauptstadt, die nicht weit entfernt ist.
Nach meiner Landung meldete ich mich bei meiner Hebamme, die mich von der Bushaltestelle in ihrem Hafnarfjördur, ihrem Heimatort, abholte und zu meiner Unterkunft brachte.

Die erste Zeit hier habe ich bisher sehr genossen. Die Familie ist herzlich und wir verbringen oft Zeit miteinander. Durch das Zusammenleben mit Isländern kann ich viel über die Lebensart der Menschen hier und ihre Ansichten lernen.
Die Arbeitstage mit der Hebamme sind sehr unterschiedlich. Ihr Aufgabenbereich ist vielfältig. Sie gibt regelmäßig Unterricht an der Universität von Reykjavik für die dortigen Hebammenschülerinnen. Auch ich begleite sie beim Unterrichten. Dann stehen fast täglich mehrere Hausbesuche auf dem Plan, Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung. Die Besuche bei den Frauen sind sehr lehrreich und ich freue mich zu sehen, wie sich die Schwangerschaft entwickelt oder was für Fortschritte die Neugeborenen machen.
Zu Beginn hat mich die Hebamme durch die Frauenklinik im Landspitali in Reykjavik geführt. Falls sie eine Frau während einer Hausgeburt verlegen muss, ist es ihr erlaubt die Geburt im Krankenhaus weiter zu betreuen.
Außerdem hat sie mir ihre Ausstattung gezeigt, zu der unteranderem vier aufblasbare Geburtswannen zählen. Einen davon deponiert sie ab drei Wochen vor der Geburt im Haus der Schwangeren.
Im Moment bin ich Tag und Nacht rufbereit, für den Fall, dass eine der anstehenden Geburten losgeht.
Daher ist es mir zurzeit nicht möglich, längere Ausflüge zu machen, auch am Wochenende nicht.
Ich konnte mir jedoch schon Einiges in Reykjavik, unteranderem das National Museum, ansehen.
Eine Geburt konnte ich auch schon sehen, doch auf weitere Details werde ich in meinem Abschlussbericht eingehen!
Ich freue mich schon auf die kommenden Wochen.



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Letzte Änderung: 29.06.2015