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Zwischenbericht Salo Nursing Exchange


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Verfasst am: 22. 02. 2018 [19:26]
sharinabetz
Dabei seit: 22.02.2018
Beiträge: 1
Hallo ihr Lieben,
da unsere Krankenpflegeschule bereits seit mehreren Jahren einen Austausch mit der Universität in Turku pflegt, war schnell klar, wohin mein so sehr gewünschtes Auslandspraktikum gehen soll. Erst war geplant nach Turku zu gehen, doch nach einigem Hin- und Her landeten wir schließlich in Salo, einem 50.000 Einwohner Ort im Süden von Finnland. Er ist etwa 50 km von Turku und 110 km von Helsinki entfernt. Wir bewarben uns an der Uni in Turku, wo auf einer Internetseite in englischer Sprache viele verschiedene Dokumente hochgeladen werden mussten. Da es in Finnland schwierig ist, einen Praktikumsplatz zu finden, war es leider nicht möglich, dass, wie zuerst geplant, sechs Schüler unserer Krankenpflegeschule nach Finnland fahren können sondern nur vier. Nun mussten wir vier uns, nach einer Zusage der Universität von Turku, auch bei dem Erasmus+ Programm der Leibniz Universität in Hannover bewerben. Hier musste nun alles in Papierform eingereicht werden, bei den notwendigen Dokumenten bekamen wir zum Glück viel Hilfe von unserer Lehrerin. Außerdem war es sehr hilfreich, dass keiner allein war, und man sich stets gegenseitig helfen konnte und auch gegenseitig an notwendige Dokumente erinnern konnte. Denn es war nicht immer einfach den Überblick zu behalten, wann welches Dokument an welcher Stelle sein musste.
Der Tag unserer Abfahrt rückte näher, und so mussten wir uns langsam Gedanken machen, wo wir denn wohnen werden. Unsere Auslandskoordinatorin Reetta Partala hatte uns netterweise eine Mail geschrieben und uns darin erklärt, wie wir wohnen könnten. Unter anderem wurde uns vorgeschlagen, im dort ansässigen Studentenwohnheim wohnen zu können. Da dieses sehr nah am Krankenhaus, einem unserer Arbeitsplätze, liegt und außerdem mit etwa 200€ pro Person im Monat eine sehr günstige Lösung ist, haben wir uns dafür entschieden.
Schließlich war es so weit, Samstag der 10. Februar war gekommen und wir flogen von Hamburg nach Helsinki, wo wir abends um sieben ankamen. Von dort aus ging es mit einem im voraus gebuchten Fernbus nach Salo. Am dortigen Busbahnhof wurden wir netterweise von unseren Tutoren abgeholt, die vorher mit uns über E-Mail in Kontakt getreten waren. Sie brachten uns in unsere Unterkunft, welche von Außen ganz hübsch aussah, wir vom sehr schmutzigen Innenraum allerdings sehr erschrocken waren. Nun gut, aber was soll man für den Preis auch erwarten. Da in unserem Wohnheim auch bereits andere Austauschstudenten, wie z.B. aus den Niederlanden oder aus Frankreich waren, die uns alle gern kennen lernen wollten, ging es nach dem ersten Ankommen noch am ersten Abend schon mal zur Begrüßung in die Party-Wohnung der Anlage. Am nächsten Tag waren dann erstmal Einkäufe, zu denen uns einer der Tutoren netterweise fuhr, und putzen angesagt. Doch am nächsten Morgen ging es dann los, einer der Tutoren fuhr uns zur Universität, wo wir einen Einführungstag mit Reetta hatten, die uns sehr sehr viel erklärte und zeigte. Die Universität ist im ehemaligen Gebäude von Nokia und sehr modern eingerichtet, was uns wirklich beeindruckt hat. Auch die Einrichtung der Krankenpflegeschule dort war sehr viel moderner, als wir es von zu Hause kannten. Am nächsten Tag waren wir dann nochmal bei der Campus-Nurse und danach haben wir einen ersten Streifzug durch den Ort Salo gemacht. Dies ist ein sehr süßer Ort und sieht in vielen Teilen genau so aus, wie man sich eine Stadt in Skandinavien vorstellt, mit vielen bunten Holzhäusern. Den Rest der Woche hatten wir dann frei, mussten nur noch einen MRSA-Abstrich machen lassen. Die freie Zeit nutzten wir dann für erste Ausflüge nach Turku und nach Helsinki.
Dann war diese Woche auch schon vorbei und es ging los mit Arbeiten. Ich arbeite für drei Wochen auf der Station 2 im Heathcare Center von Salo, welches im Krankenhaus angesiedelt ist. Dort werden vor allem sehr alte Menschen betreut und in einer Art Reha wieder fit für das Leben zu Hause gemacht. Den ersten Tag startete ich Mittags um 13 Uhr zu einer Spätschicht. Schnell wird mir klar: Gerade die älteren Patienten können ungefähr genauso gut Englisch wie ich Finnisch. Die Kommunikation gestaltet sich deshalb oft schwierig, doch sowohl meine mit zugewiesenen Mentoren als auch viele der anderen Krankenschwestern können gut Englisch und so komme ich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut klar. Auf der Station gehe ich stets bei einer Krankenschwester mit und bewältige mit ihr die täglichen Aufgaben, die auf der Station anfallen, wie den Patienten bei der Körperpflege zu helfen, sie mit Medikamenten zu versorgen und oft auch einfach da zu sein und zuzuhören. Wie ich es jetzt, nach vier Tagen auf der Arbeit beurteilen kann, unterscheiden sich die Aufgaben einer Krankenschwester in Finnland nicht all zu sehr von denen in Deutschland, doch sie tragen mehr Verantwortung und übernehmen auch manche Aufgaben, die in Deutschland nur Ärzten gestattet sind. Doch die Arbeit macht mir hier, auch wie in Deutschland, bisher sehr viel Spaß.
Nach drei Wochen auf der Station werde ich dann noch für drei Wochen in einem Ambulanten Pflegedienst arbeiten. Auch darauf freue ich mich bereits sehr. Meine Erfahrungen dort werde ich dann in meinem Abschlussbericht im April beschreiben.
Neben einem weiteren Besuch in Helsinki planen wir auch noch den nahegelegenen Teijo Nationalpark zu erkunden, einen Kurztrip mit der Fähre nach Stockholm zu machen und einen Ausflug nach Lappland in der letzten Woche zu machen. Auch darüber werde ich später dann noch mehr schreiben.
Wenn ihr auch ein Praktikum in Finnland machen wollt oder sonst irgendwelche Fragen habt, könnt ihr gern einfach auf den Eintrag antworten.
Ich freue mich schon auf die kommenden sechs Wochen in Finnland,
Mit lieben Grüßen,
Sharina



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