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Zwischenbericht Salo - Nursing student


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Verfasst am: 26. 02. 2018 [14:06]
Jonas.Vol
Dabei seit: 26.02.2018
Beiträge: 1
Hyvää päivää!

Mein Name ist Jonas Volkmar, ich bin 21 Jahre alt und mache zur Zeit meine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger in der Universitätsmedizin Göttingen. Im Sommer 2016, genauer in meinem Bewerbungsgespräch an der UMG erfuhr ich das erste Mal von der Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes während der Ausbildung, da die Uni Göttingen schon seit vielen Jahren mit der TUAS (Turku University of Applied Sciences) kooperiert.
Als es dann Mitte des ersten Lehrjahres an die Auswahl der Schüler ging, die nach Finnland gehen durften, war die Spannung groß. Ich könnte zuerst keinen Platz ergattern und war entsprechend enttäuscht. Ein paar Monate später sprang eine Mitschülerin ab und ich konnte doch noch nach Finnland!

Nach kurzem Hin und Her stellte sich heraus, dass in diesem Jahr keine Plätze in Turku verfügbar sei werden, daher sollten wir nach Salo fahren, eine Kleinstadt etwa 45 Minuten von Turku entfernt. Nun konnten wir mit den Bewerbungen beginnen: Die Bewerbung an der TUAS (die Universität in Salo gehört zu der Universität von Turku) verlief schnell und reibungslos, ebenso die Bewerbung um ein Stipendium an der Uni Hannover. Parallel dazu buchten wir einen Finnischkurs an der Volkshochschule Göttingen mit einer Dozentin, die uns nicht nur die Sprache, sondern auch etwas Landeskunde und diverse Reiseempfehlungen näher brachte. Auch wenn Finnisch viel zu schwierig ist, um es in ein paar Stunden zu lernen, so sind doch einige sprachliche Basics sehr empfehlenswert.
Im Januar war dann alles soweit fertig, die Flüge waren gebucht (ca. 250€ mit Gepäck), unsere Unterkunft wurde netterweise von unserer Koordinatorin in Salo schon gebucht, es konnte also losgehen.

Am 12.02.2018 landete ich also in Helsinki, setzte mich in den nächsten Bus nach Salo (die Busverbindungen sind sehr gut und Kosten in der Regel unter 10€) und wurde von meinem Tutor am Busbahnhof abgeholt und in die Unterkunft gebracht. Die Unterkunft wird liebevoll „Hakis“ genannt, die Kurzform von Hakastaronkatu (die Adresse), und ist ein altes Schwesternwohnheim, das jetzt überwiegend von Erasmusstudenten bewohnt wird. Hier habe ich ein überschaubares 8qm Zimmer und wohne mit vier andere Austauschstudenten zusammen. Die Jungs haben mich prompt sehr gut aufgenommen und wir fuhren noch abends Einkaufen, da es nach 20 Uhr auf viele Produkte Rabatt gibt, was sich bei finnischen Preisen durchaus lohnt. Am Abend gingen wir noch in die Sauna, was bei -15 Grad mehr als gut tut.
Am nächsten Tag bekamen wir einen kleinen Einführungstag an der Uni und erfuhren, wo wir arbeiten sollten. Die ersten zwei Wochen werde ich bei einem ambulanten Pflegedienst arbeiten, danach in Salos Krankenhaus in einer sehr neuen, sogenannten „Geriatric Evaluation“ Station. Was man genau darunter versteht, konnte mir keiner so wirklich sagen, aber ich lasse mich mal überraschen.

Da wir den Rest der Woche noch frei hatten, wurden wir traditionell Finnisch im hauseigenen Partykeller mit einer Karaokeparty begrüßt (ja, die Finnen stehen total auf Karaoke) und erkundeten Salo, um unsere zukünftigen Arbeitsplätze zu finden. Eine Tutorin lud uns ein, und Turku zu zeigen, was wir natürlich nicht ablehnten. Nachdem wir Turku, besonders die Domkirche, bewunderten, fuhren wir am Wochenende spontan nach Helsinki. In Helsinki hatten wir etwas Pech was die Öffnungszeiten der Kirchen angeht (schaut es unbedingt online nach, am Wochenende sind viele Hochzeiten) genossen wir die Stadt sehr.

Am Montag um 6:30 bei -20 Grad machte ich mich dann auf den Weg zu meinem ersten Arbeitstag. Ich war etwas früh an, meine Betreuerin ist die einzige, die Englisch spricht und war noch nicht da, aber mit meinem gebrochenen Finnisch konnte ich mich vorstellen und wurde sehr herzlich begrüßt. Wie sich herausstellte, war meine Betreuerin eine Public Health Nurse, d.h. wir waren eher als Behandlungspfleger unterwegs. Krankenpfleger in Finnland haben Grundsätzlich mehr Befugnisse als in Deutschland, ein Thema, welches wir häufiger diskutierten. Insgesamt erscheint das finnische System etwas moderner, Smartphones sind aus der ambulanten Pflege nicht mehr wegzudenken, die Vernetzung von Pflegediensten und Krankenhaus läuft fast perfekt und der Personalschlüssel ist teilweise doppelt so hoch wie ich es aus Deutschland gewohnt bin.

Soweit also der Stand der Dinge bis heute, den 26.02.18. Für den Rest des Aufenthaltes steht noch einiges auf dem Plan, wir fahren mit der Fähre nach Stockholm, nach Riga, dann werde ich noch ein Wochenende in Helsinki verbringen, zum Wandern/Ski fahren in den Teju -Nationalpark und zum Abschluss noch nach Lappland.
Langweilig wird’s also nicht!

Hei Hei!

Jonaas



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Letzte Änderung: 29.06.2015