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Zwischenbericht Praktikum Joensuu Finnish Environment Intitute


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Verfasst am: 03. 07. 2018 [20:54]
franziw
Dabei seit: 03.07.2018
Beiträge: 1
Terve!

Ich bin Franziska Wolff und habe nach meinem Erasmus+ Aufenthalt in Joensuu die Gelegenheit bekommen, ein Praktikum am Finnish Environment Institute zu machen. Ich bin Studentin der Landschaftswissenschaften un daher im Bereich "Biodiversity" des Instituts tätig.

Meine Betreuerin habe ich während eines Kurses ueber Ökosystemdienstleistungen kennen gelernt. Aufgrund meines Landschaftsökologie-Hintergrundes arbeite ich in einem Projekt namens "Freshabit" der Biodiversitätsabteilung mit. Das Thema ist dabei Landnutzung, Ökosystemdienstleistungen und Renaturierung.

Allgemein gilt, dass die Finnen sehr gutes Englisch sprechen, sodass sich viele Praktikumsmöglichkeiten ergeben können, i.d.R. bekommt man auch sehr schnell auf eine E-Mail Rueckmeldung.
In Joensuu findet man, sofern man sich rechtzeitig bewirbt, recht einfach eine Wohnung, v.A. ausserhalb der Semesterzeiten bietet das Studentenwohnheim möbilierte Wohnungen (natuerlich mit Gemeinschafts-Sauna ;) ) an. Diese liegen bei etwa 220 Euro mit Internetnutzung. Meine Auslandsversicherung habe ich bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Damit waren zwei wichtige, organisatorische Dinge abgehakt.

Vor Ort konnte ich mir monatlich ein Rad ausleihen, es ist zwar nicht das allerbeste Rad aber ich wohne nahe am Arbeitsplatz und es hat nur knapp ueber 20 Euro gekostet, also empfehlenswert.

Ich wusste bereits, dass Finnen eher ruhig sein können, aber natuerlich wusste ich nicht, wie das Arbeitsumfeld und der Arbeitstag damit aussieht. Ich habe innerhalb der ersten Tage bemerkt, dass sie eigentlich gerne reden, (wenn auch manchmal langsam), sobald sie aufgetaut sind.
Mir wurde das Institut am ersten Arbeitstag gezeigt und die Mitarbeiter vorgestellt. Zu meiner Verwirrung waren es nicht so viele anwesend, worauf ich die Antwort bekam, dass die meisten im Sommer sehr lange Urlaub nehmen oder "Home-working" in Anspruch nehmen. Mir wurde auch direkt gesagt, dass viel mit der Hauptstelle in Helsinki kommuniziert wird, alles via Skype. Während der nächsten Tage habe ich festgestellt, dass dies wirklich häufig der Fall ist und oft durch die Technik nicht einwandfrei funktioniert....

Alle Kollegen waren sehr aufgeschlossen und haben mich gut integriert. Meine Betreuerin hat mich die ersten Tage in das Projekt eingearbeitet; Was sie bisher gemacht und erreicht haben, mit wem sie zusammenarbeiten, was der aktuelle Stand ist und was geplant ist. Und natuerlich, was meine Aufgaben sind.
Ich habe dabei direkt gemerkt, dass der Anspruch ziemlich hoch ist (nicht zu hoch, aber man merkte wofuer man studiert hat..) und konnte mich die folgenden Tage thematisch einarbeiten. Dabei habe ich vieles ueber Integrationsmöglichkeiten von Ökosystemdienstleistungskonzepte und Umweltpruefverfahren gelernt und wie man sie mit GIS darstellen könnte. Da das ganze aber natuerlich auch detailierte ökolgische Kenntniss voraussetzt, habe ich mich in die ökologischen Funktionen von exemplarischen Ökosystemen in Finnland eingearbeitet. Mit dem theoretischen Wissen haben wir im Bearbeitsungsgebiet des Projektes in Nordkarelien nach potentiellen Landnutzungskonflikten gesucht.
Das Ziel ist es nun, die Konfliktgebiete mit GIS zu analysieren. Ausserdem stehen Interviews mit Landbesitzern an. Letzte Woche gab es ein Treffen mit dem Amt, das in dem Bearbeitungsgebiet in Nordkarelien die Renatuierungsmassnahmen durchfuehrt. Diese Kooperation besteht, damit Landnutzungskonflikte besser verhindert werden können.
Zudem wird Geländearbeit zu einem anderen Thema geplant, auch von der Biodiversitätsabteilung. Dabei sollen Blattproben von Pappeln genommen werden und Remote Sensing des Untersuchungsgebiet Aufschluss ueber den Bestand geben.

Ein Monat ist jetzt vorbei und es liegt noch einer vor mir. Ich fuehle mich sehr wohl in Joensuu und in dem Institut, da das Arbeitsklima wunderbar ist und ich zum ersten Mal das Gefuehl habe, das es eine kleine Herausforderung fuer mich ist. Das im Studium gelernte wird definitiv verlangt und angewandt und ich lerne vieles dazu.

Auch die komplizierte Sprache wird besser, selbst wenn Jahre nicht ausreichen um Finnisch perfekt zu beherrschen :D

Die meisten Arbeitskollegen sind alle recht jung und treffen sich daher oft noch nach der Arbeit zum Sport (Yoga, Fussball, Badminton...) also hat man auch nach der Arbeit "Anschluss".

Auch wenn ich mit vielen Mueckenstichen heimkehren werde wird sich das Praktikum (ueber Mittsommer!) gelohnt haben.

Terveiset,

Franziska



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Letzte Änderung: 29.06.2015