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Zwischenbericht: Innenarchitekturpraktikum Amsterdam


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Verfasst am: 10. 09. 2018 [19:27]
Julia_Li
Dabei seit: 10.09.2018
Beiträge: 1
Praktikums- und Wohnungssuche

Nachdem Anfang April mein Portfolio fertig war, hatte ich mich zuerst bei zwei Innenarchitekturbüros beworben, bei denen ich wusste, dass sie Praktikanten suchten. Ich hatte bereits mehrere andere Büros rausgesucht, bei denen ich mich ebenfalls bewerben wollte. Jedoch bekam ich bereits nach einer Woche eine E-Mail von einem der zwei Büros und sie teilten mir mit, dass ich einen Praktikumsplatz bei ihnen haben konnte. Ich war sehr begeistert, weil es eigentlich das Büro war, welches mir am besten gefiel. Wir schrieben mehrere E-Mails hin und her und ich entschied mich den Praktikumsplatz anzunehmen. Auch die Wohnungssuche stellte sich bei mir recht einfach dar, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich meldete mich auf der Internetseite kamernet.nl an, welche mir auch meine Praktikumsstelle empfohlen hatte. Unter vielen Anzeigen, die nicht zu meinem geplanten Zeitraum passten, fand ich eine passende und ich meldete mich sofort auf die Anzeige zurück. Die Vermieterin teilte mir mit, dass ich die Wohnung noch in derselben Woche besuchen konnte und so fuhr ich nach Amsterdam. Ohne es überhaupt nur ein kleines bisschen zu erwarten, teilte die Vermieterin mir noch am selben Abend mit, dass ich das Zimmer bekam. Ich muss echt sagen, dass ich wirklich viel Glück hatte und in beiden Fällen mit viel mehr Aufwand und Dauer gerechnet hatte. Leider ist das bei vielen, die in Amsterdam nach einer Unterkunft suchen, nicht der Fall und umso mehr schätze ich, dass ich solch ein Glück hatte.

Ich bin wirklich sehr froh über mein Zimmer. Es war bereits möbliert und ich musste eigentlich nur noch meine Anziehsachen mitbringen. Ich teile mir die Wohnung mit 4 anderen Mädels und bis jetzt klappt alles super. Wir verstehen uns sehr gut und ab und zu unternehmen wir etwas gemeinsam. Die Lage gefällt mir auch, ich bin ziemlich nah am Zentrum, aber dennoch weit genug entfernt, sodass keine Touristen in meinem Viertel rumlaufen.


Arbeit

Das Büro, bei dem ich nun arbeite, heißt Framework Studio und ist ein Innenarchitekturbüro im schönen Stadtviertel De Pijp in Amsterdam. Das Team besteht aus meine beiden Chefs, die das Büro gemeinsam gegründet haben, 6 feste Mitarbeiter, 4 Mitarbeiter auf Freelancer Basis und 3 Praktikanten, von denen ich eine bin. Ich fühle mich in dem Büro super wohl, es herrscht eine sehr entspannte und nette Atmosphäre. Mittags wird gemeinsam gegessen. Es bringt sich nicht jeder selber was mit, sondern es wird auf Kosten des Büros Essen eingekauft. Einer der Praktikanten muss im Wechsel für eine Woche lang für alle einkaufen gehen. Ich finde das echt super, denn so muss ich mir nicht immer etwas vorkochen und es entfallen für mich die Kosten für eine ganze Mahlzeit am Tag.

Direkt am ersten Tag bekam ich dieselben Aufgaben wie die anderen Mitarbeiter. Ich arbeite in 2D sowie 3D-Programmen, fertige Renderings an und bin mit Kunden in Kontakt. Dadurch fühlt man sich mit allen auf demselben Level, was mir sehr gut gefällt.

Das Büro arbeitet hauptsächlich für Privatkunden, aber auch für verschiedene Firmen, also im Shop- und Gastronomiedesign. Bis jetzt habe ich nur an Projekten für Privatkunden gearbeitet. Ich hoffe jedoch, dass ich auch noch die Erfahrung machen kann, an Projekten für den öffentlichen Bereich zu arbeiten und Baustellen zu besichtigen.

Freitags sitzen wir nach Feierabend manchmal noch auf ein Bierchen zusammen und dabei lernt man seine Kollegen nochmal besser kennen.

Für Oktober ist ein Ausflug mit dem gesamten Büro geplant. Wir fahren gemeinsam zu einem Lampenhersteller nach Belgien, bei dem wir eine private Führung bekommen. Wir werden eine Nacht dort übernachten und am nächsten Tag auf eine Designmesse in Kortrijk gehen. Ich bin schon sehr gespannt!


Leben

Nach einem Monat Leben in Amsterdam kann ich sagen, dass ich bis jetzt echt glücklich bin. Dennoch ist alles immer noch sehr neu und ich muss mich noch an die ganze neue Situation gewöhnen. Die Zeit vergeht dazu noch wie im Flug und ich kann kaum glauben, dass bereits ein Monat um ist. An den Wochenenden habe ich viel unternommen, um die Stadt erstmal richtig kennenzulernen und die letzten Sommertage auszunutzen.

Es gibt wirklich viel zu sehen und was ich jedem nur empfehlen kann, ist, holt euch auf jeden Fall ein Fahrrad! Ich habe leider den Fehler gemacht, erstmal mein Fahrrad nicht mitzunehmen. Ich werde mir aber nun hier eins ausleihen, denn Amsterdam muss man definitiv mit Fahrrad erleben. Vor allem ist es auch im Vergleich zu den öffentlichen Verkehrsmitteln viel günstiger und eigentlich sogar schneller. Dennoch finde ich die öffentlichen Verkehrsmittel in Amsterdam echt gut. Es gibt ein gutes Netz und regelmäßige Fahrzeiten. Ich habe mir für 7,50 € eine anonyme OV-Chipkaart geholt, die man immer wieder mit Geld aufladen kann. Beim Ein- und Auschecken in der Bahn wird dann pro gefahrenen Kilometer ein bestimmter Betrag abgezogen. Bis jetzt bin ich immer mit der Tram zur Arbeit gefahren und ich bin immer ca. 20 Minuten unterwegs, was ich völlig von der Zeit her in Ordnung finde.


Freizeit

In Amsterdam kann man sehr viel, auch gerade abseits der ganzen Touristenattraktionen, unternehmen. Generell ist Amsterdam eine sehr belebte und vielseitige Stadt. Es gibt viele Veranstaltungen, Märkte, Konzerte und vieles mehr. Auf der Internetseite www.iamsterdam.nl, aber auch in dem Magazin „Hello Amsterdam“, das in vielen Cafés umsonst ausgelegt ist, findet man viele Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Winterzeit und kann mir vorstellen, dass Amsterdam mit seinen Grachten gerade auch in der Weihnachtszeit echt schön ist. Ich möchte mir auf jeden Fall auch noch ein paar der zahlreichen Museen anschauen, was man in der kalten Zeit natürlich super machen kann. Ich habe auch schon in anderen Erfahrungsberichten gelesen, dass es die CJP-Kaart gibt, mit der man Rabatt in manchen Museen bekommt.

Was ich etwas anstrengend finde, sind die vielen Touristen in der Stadt. Letzte Woche wollte ich nur schnell in die Stadt und mir eine Regenjacke kaufen, doch leider gestaltete sich das als sehr anstrengend … Die Einkaufsstraßen waren sehr voll und auch in den Geschäften dauerte es wirklich lange, wenn man z. B. etwas anprobierte oder an die Kasse wollte. Leider gibt es in Amsterdam aber eigentlich dafür nur das Stadtzentrum, ansonsten muss man aus Amsterdam rausfahren.

Wo man, meiner Meinung nach, echt aufpassen muss, ist an Kreuzungen und beim Straßen überqueren. Die Fahrradfahrer und die Mopedfahrer beherrschen wirklich diese Stadt. Trotz Zebrastreifen oder roter Ampel fahren die Fahrradfahrer einfach weiter und das mit echt schnellen Geschwindigkeiten. Ebenfalls die Mopedfahrer, die die Fahrradwege benutzen dürfen, rasen an einem vorbei und man muss sehr aufmerksam und vorsichtig sein.

Aber gerade das macht die Stadt ja auch irgendwie aus. Ich bin wirklich sehr zufrieden hier und kann es jedem nur weiterempfehlen, einmal ein Teil dieser Stadt zu werden!



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Letzte Änderung: 29.06.2015