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Zwischenbericht: Praktikum DNHK Den Haag (inkl. Praxis-Tipps)


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Verfasst am: 29. 09. 2018 [10:52]
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Dabei seit: 24.09.2018
Beiträge: 1
Hallo liebe Leute,

mein Name ist Dennis. Ich studiere derzeit Recht, Finanzmanagement und Steuern an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel (DE). Im Rahmen dieses Bachelorstudiums absolviere ich nun mein erstes von insgesamt zwei Praxissemestern bei der Deutsch-Niederländischen Handelskammer in Den Haag (NL).

Ich habe mich schon circa ein Jahr vor potentiellem Beginn meines Praktikums um verschiedene Stellen bemüht und bin dabei im hochschuleigenen Karriereportal auf die Ausschreibung der niederländischen Auslandshandelskammer (AHK) gestoßen. Getrieben von etwas Neugierde und der Abneigung eines all zu banalen Praktikums irgendwo in Deutschland bei z. B. einem Steuerberater, habe ich nach kurzer Prüfung der Anforderung meine Bewerbung abgeschickt.

Ein paar Tage später erhielt ich bereits eine Antwort aus dem verträumten niederländischen Regierungssitz (Den Haag; Hauptstadt ist Amsterdam) mit Terminvorschlag für ein Skype-Interview. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich besaß nun einen Praktikumsplatz für die zweite Jahreshälfte 2018. So unkompliziert, wie ich mir das von unseren westlichen Nachbarn vorgestellt hatte.

Der Praktikumsplatz war in der langen Organisationslitanei natürlich erst der Anfang. Wohnungssuche, eventuelle Sprachbarriere und Vorbereitung auf den fachlichen Teil des Praktikums folgten.

Dadurch, dass es eine deutsch-niederländische Auslandshandelskammer ist, bei der ich mein Praktikum derzeit absolviere, war das Beherrschen der niederländischen Sprache – in meinem Fall – glücklicherweise keine Voraussetzung. Sodass ich dieses Problemchen, mit Ausnahme kleiner Vorbereitungsmaßnahmen, bis zum Beginn des Praktikums auf mich zukommen lassen habe.

Auch der fachliche Teil sollte aufgrund meiner Vorkenntnisse keine Schwierigkeiten bereiten, sodass nun nur noch die Wohnungssuche blieb.

“Nur noch” ist natürlich in einer internationalen Studentenstadt untertrieben und ich muss sagen, dass mein anfänglicher Optimismus sehr schnell nachließ. Die ersten zwei, drei Monate über das übliche Portal https://kamernet.nl/ erwies sich für mich als Luftnummer. Auch sämtliche Facebook-Gruppen schienen mir nicht das Erfolgserlebnis zu versprechen, das ich mir erhoffte. Nach weiterer, intensiver Recherche stieß ich dann auf das (überteuerte, aber moderne) https://www.thestudenthotel.com/the-hague/, faßte bei Betrachtung von https://studenthousingthehague.com wieder etwas Mut und verzweifelte letztendlich, als ich von https://www.minvm.nl/en/ keine Rückmeldung erhielt.

Es waren jetzt zwar noch fünf, sechs Monate bis zum Beginn meines Praktikums, aber eine Wohnung ohne Besichtigung zu mieten, schien mir doch immer mehr eine Herausforderung zu werden. Ich ließ die Recherche in der Folge für zwei Wochen ruhen und stieß dann auf den sich für mich entpuppenden heiligen Gral: https://housinganywhere.com

Preislich auch an der Schmerzgrenze, fand ich dann letztendlich jedoch eine beziehbar aussehende Wohngemeinschaft für einen noch moderaten Preis.

Letztendlich hat sich also für mich die Wohnungssuche als am schwierigsten bei der ganzen Organisation vor Abreise nach Den Haag herausgestellt. Letztendlich kann ich euch nur raten, früh genug anzufangen. Und bedenkt, das hört sich jetzt auch alles schlimmer an, als es dann tatsächlich ist. Vielleicht findet ihr ja etwas über die von mir genannten Seiten.

Fast hätte ich hier die Organisation rund um Erasmus+, vergessen zu erwähnen: Erfreulicherweise war das Ausfüllen der Formulare für die Deutsch-Niederländische Handelskammer kein Neuland. Dies verlief somit relativ reibungslos. Aber auch hier kann ich nur raten frühzeitig alles in die Wege zu leiten, da die Postwege innereuropäisch doch länger dauern, als ich angenommen hätte.

Darüber hinaus ist Den Haag natürlich auch eine sehr fahrradfreundliche Stadt, weswegen ich euch nur ans Herz legen kann, euch so schnell wie möglich nach Ankunft eins zu besorgen. Da ich nur für sechs Monate hier bin, habe ich mich gegen den Kauf und für die Miete bei https://swapfiets.nl entschieden. Für Studenten kostet das ganze 12 € im Monat (inkl. Reparaturservice und zwei Schlössern direkt am Fahrrad). Damit komme ich hier ganz gut zurecht. Also, vergesst das Auto bzw. den öffentlichen Nahverkehr und benutzt das Fahrrad.

Solltet ihr euch doch für den öffentlichen Nahverkehr entscheiden, kann ich euch auch nur die OV-chipkaart (https://www.ov-chipkaart.nl/home.htm#/) empfehlen. Die lädt man einfach mit Geld auf und benutzt sie jeweils am Anfang und am Ende der Fahrt. Auf Grundlage dieser Strecke, wird euch dann der Preis berechnet und vom Guthaben der Karte abgezogen. Unkompliziert.

Für die Fahrradfahrer unter euch: Um dem häufigen und unvorhersehbaren Regen, einen Schritt voraus zu sein, empfehle ich den Kauf einer Regenhose. Scheint vielleicht – aus deutscher Sicht – auf den ersten Blick zunächst etwas komisch, lohnt sich aber vollkommen und verwendet hier jeder. Sobald es beginnt zu regnen, steigen viele ab und ziehen sich eine Regenhose an und fahren weiter – so, als wenn nichts passiert wäre.

Das Wetter lässt sich hier meiner kurzen Erfahrung nach zwar nicht sonderlich gut vorhersagen. Solltet ihr jedoch trotzdem den Versuch unternehmen wollen, liefert https://www.buienradar.nl wohl die verlässlichsten Ergebnisse.

Ansonsten gibt es hier in den Niederlanden für den täglichen Bedarf natürlich auch alle üblichen Geschäfte. Hier eine kleine Auswahl für den Start:
- Albert Heijn (= EDEKA, REWE)
- Jumbo (= eine Stufe unter Albert Heijn)
- Kruidvat (= dm, Rossmann)
- Decathlon (= großes Sportgeschäft mit reichlich Auswahl)

Wer eher auf elektronische Marktplätze steht, dem sei https://www.bol.com/nl/ als Amazon-Alternative (Amazon DE liefert auch in die Niederlande), https://www.coolblue.nl als Internet-MediaMarkt/Saturn und https://picnic.app/nl/ als Supermarkt, der kostenlos liefert, wärmstens empfohlen.

Neben meinen netten Kollegen habe ich auch das Glück, mit einigen zweisprachigen Praktikantinnen und Praktikanten Bekanntschaft machen zu dürfen. Mit ihnen gehen wir wöchentlich nach der Arbeit mal etwas trinken oder unternehmen andere erfüllende Aktionen.

Achso, natürlich kann ich euch auch den Strand ans Herz legen. Als Anlaufpunkt zur Recherche: “Scheveningen”. Im Sommer wirklich toll und ich hatte das Glück, noch zwei Wochen schönes Wetter und deswegen schöne Radtouren entlang der Deiche erleben zu dürfen.

Ich hoffe, ich konnte euch neben den vielen Praxis-Tipps einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt von Den Haag geben, grüße euch ganz herzlich und wünsche euch schon einmal viel Spaß!

Viele Grüße
Dennis



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Letzte Änderung: 29.06.2015