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Zwischenbericht Praktikum "Dynamical Systems and Physical Oceanography", IMAU Utrecht


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Verfasst am: 11. 02. 2019 [21:52]
Ann_Kristin
Dabei seit: 25.01.2019
Beiträge: 1
Ich studiere an der Universität Oldenburg im 4.Semester Umweltmodellierung im Master und mache zur Zeit ein 10-wöchiges Praktikum am Institute of Marine and Atmospheric Research Utrecht.

Wohnen
Die Wohnungssuche ist in Utrecht leider nicht sehr einfach. Über das Institut und den International Desk der Universität Utrecht habe ich Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung bekommen. Über SSH wird ein bestimmtes Zimmerkontingent in Wohnheimen für Gastforscher reserviert. Leider war für den Zeitraum, in dem ich mein Praktikum mache, kein Zimmer mehr verfügbar. Letztendlich habe ich durch Zufall über Freunde ein Zimmer gefunden. Zwar ist es von der Wohnung etwas weiter zu meinem Praktikumsplatz, dafür aber sehr zentral in der Nähe der Innenstadt und des Hauptbahnhofs. Und mit dem Fahrrad lässt sich hier alles sehr gut erreichen. Utrecht wird oft als Geheimtipp genannt, wenn man nicht in das überlaufende Amsterdam möchte. Es ist eine schöne Stadt, sehr holländisch und mit vielen Grachten.

Meine Praktikumsstelle
Meine Praktikumsstelle ist die „Dynamical Systems and Physical Oceanography“ – Arbeitsgruppe im IMAU. Das IMAU gehört zur Universität Utrecht und auch das Gebäude, in dem ich arbeite, liegt auch dem zur Uni gehörenden Campus De Uithof. Hier forschen Doktoranden, Post-Docs und Masterstudenten an verschiedenen Themen zur Ozean- und Klimamodellierung. Für das Praktikum habe ich mich einfach per Mail bei dem Professor der Arbeitsgruppe beworben. Bei einem Skype-Gespräch haben wir mein Forschungsthema festgelegt und dann stand dem Praktikum nichts mehr im Wege.
Mindestens alle zwei Wochen, manchmal auch häufiger, treffen sich alle Mitarbeiter der Arbeitsgruppe zur sogenannten „Werkbespreking“. Hier werden Vorträge zu Themen gehalten, an denen gerade geforscht wird und alle diskutieren die Ergebnisse und Methoden. Hauptspachee ist dabei Englisch. Zwar kommen viele der Mitarbeiter aus den Niederlanden. Ich bin aber bei weitem nicht die Einzige, die (leider noch) kein niederländisch sprechen kann. Hoffentlich ändert sich das noch und ich kann ein paar Grundlagen lernen. Als Deutschsprachige versteht man aber auch ohne Niederländisch-Kenntnisse, worum es in einer Unterhaltung geht, wenn es nicht unbedingt ein komplexes Ozeanproblem ist.
Während meines Praktikums arbeite ich an meinem eigenen Forschungsprojekt zur Kuroshio-Ozeanströmung vor Japan. Dazu habe ich mich zu Beginn meines Praktikums eingelesen. Es ging zum einen darum, Kenntnisse über die Kuroshio-Strömung und ihrer Eigenschaften zu erlangen. Zum anderen habe ich mich über mögliche mathematische Methoden und Konzepte informiert, die wir zur Analyse der Kuroshio-Strömung und ihrer Wechselwirkung mit anderen klimatischen Prozessen nutzen wollen. Nun habe ich gerade angefangen, Simulationen eines Klimamodells auszuwerten.
Jede Woche treffe ich mich mit dem Professor, in dessen Arbeitsgruppe ich arbeite, und einem Doktoranden, der mich mitbetreut, um über meine bisherigen Ergebnisse zu sprechen. Dabei legen wir auch fest, wie ich am besten weiterarbeiten kann.
Zwei Mal in der Woche gibt es eine gemeinsame „Pflicht“-Kaffeepause, bei der alle Kaffee und Tee trinken und Kekse essen. Dabei lernt man immer wieder neue Leute und ihre Forschungsthemen kennen.

Alltag
Neben meiner täglichen Arbeit im Forschungsinstitut habe ich mich im Sportzentrum, das an die Uni angegliedert ist, angemeldet. Hier kann man ein Fitnessstudio nutzen und sich zu Sportkursen wie z.B. Spinning anmelden. Die Kurse variieren täglich und es gibt ein breites Angebot, bei dem für jeden etwas dabei ist.
Außerdem kochen wir abends in der WG häufig zusammen. Mittags nehmen sich viele einfach nur ein Brot mit.
Auf jeden Fall sollte man sich für die Zeit in Utrecht (oder in den Niederlanden im Allgemeinen) ein Fahrrad anschaffen. Die Fahrradwege sind super ausgebaut und es ist erstaunlich, wie viele Menschen hier täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ich habe mein eigenes Fahrrad aus Deutschland mitgebracht. Man kann sich aber auch Fahrräder leihen. Wichtig ist, dass man es immer gut anschließt. Vor Fahrraddiebstahl wurde ich bereits an meinem ersten Praktikumstag von allen gewarnt! Außerdem sollte man sein Fahrrad nirgendwo abstellen, wo es verboten ist. Das Fahrrad meiner Mitbewohnerin wurde von der Stadt mitgenommen und sie muss es wieder abholen. Den öffentlichen Nahverkehr habe ich in meiner Zeit in Utrecht bisher noch nicht genutzt.
Einkaufen gehe ich meist bei Albert Heijn, das entspricht bei uns etwa Rewe oder Edeka.

Bisheriges Fazit
Ich kann jedem nur empfehlen ein Auslandspraktikum zu machen. Mein Projekt ist sehr spannend und es ist eine interessante Erfahrung, an einer ausländischen Forschungseinrichtung zu arbeiten. Utrecht als Stadt gefällt mir auch sehr gut. Ich bin gespannt, wie mein Vergleich zwischen Amsterdam und Utrecht ausfällt. Ich habe es in den ersten Wochen noch nicht nach Amsterdam geschafft. Da es aber weniger als eine Stunde mit dem Zug entfernt ist, werde ich die Stadt in meiner Zeit in den Niederlanden sicher noch besuchen.



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Letzte Änderung: 29.06.2015