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Zwischenbericht Praktikum bei ContiTech, Wigan


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Verfasst am: 04. 06. 2019 [09:43]
Gesa2
Dabei seit: 04.06.2019
Beiträge: 1
Ich bin Gesa und studiere Technische Informatik im Master an der Leibniz Universität Hannover. Seit 01.05. mache ich ein freiwilliges, viermonatiges Praktikum bei ContiTech in Wigan, England.

Ich habe zuvor in Hannover als Werkstudentin bei ContiTech gearbeitet und daher nach einem Praktikum in einem ähnlichen Bereich bei Continental, wenn möglich ContiTech, gesucht. Ich habe mich vor allem über das offizielle Jobportal von Continental auf Praktika weltweit beworben, am Ende war es jedoch der Rat eines Kollegen seinem britischen Kontakt eine Email zu schreiben, ob er nicht Interesse an einem Praktikanten mit Erfahrung in unserer deutschen Abteilung hätte, der zu meinem Praktikum hier in Wigan geführt hat.
Ich bekam relativ schnell die Rückmeldung, dass man mir gerne ein Praktikum anbieten würde (im Februar), aufgrund des bevorstehenden Brexits hat es allerdings bis 2 Wochen vor Praktikumsbeginn gedauert, bis ich das schriftlich hatte und meinen Flug etc. buchen konnte. Mit meinem deutschen Chef hatte ich mittlerweile geklärt, dass wir meinen Werkstudentenvertrag in Hannover kurzfristig einvernehmlich beenden würden.
Für meine Unterkunft kommt ContiTech auf. Da der Standort außerhalb von Wigan in einem kleinen Ort liegt und es in der Umgebung keine Studenten-WGs oder ähnliches gibt, wohne ich nun über airBnB. Da wir so kurzfristig gebucht haben, gab es kein airBnB mit guter Busanbindung zur Arbeit für 4 Monate am Stück mehr und ich werde im Juni einmal umziehen. Die Anreise war einfach, ich bin von Hamburg nach Manchester geflogen (ab Hannover gibt es leider nicht täglich Flüge) und mein Betreuer hat mich dort mit dem Auto abgeholt.

Die Einarbeitungszeit war durch meine Vorkenntnisse aus Hannover relativ kurz, ich musste mich jedoch vor allem neu in der Produktion orientieren (was für Anlagen gibt es und welcher PC gehört zu welcher Maschine) und bis mein neuer Account endgültig mit allen notwendigen Softwarelizenzen eingerichtet war, hat es knapp zwei Wochen gedauert. Anders als man es von Continental hauptsächlich weiß, werden bei ContiTech in Wigan keine Reifen sondern verschiedene andere Gummiprodukte vor allem für den Automotive-Bereich (Keilriehmen) aber auch z.B. White Goods (Waschmaschinen etc.) produziert. Die Maschinen-PCs dienen zur Maschinensteuerung aber auch Betriebsdatenerfassung und werden vor allem durch meine deutschen Kollegen betreut. 2018 wurde in England ein neues Tool zur Betriebsdatenerfassung eingeführt, mit dem ich bereits in Hannover gearbeitet hatte.
Mittlerweile kümmere mich um verschiedene Themen, wie die Anbindung der Maschinen-PCs an das Betriebsdatenerfassungstool, die Verwaltung von Arbeitsplänen und den zugehörigen Datenbanken oder aber die Programmierung von Dashboards zur Verarbeitung und grafischen Darstellung verschiedener Produktionsdaten. Darüber hinaus plane ich mit meinen Kollegen die Einführung einer Produktrückverfolgbarkeit von der Rohmischung bis hin zum Endprodukt mithilfe von Barcodes. Hier bin ich, anders als bei meinen anderen Aufgaben, in der Projektplanung tätig und abgesehen von einigen vorbereitenden Maßnahmen wird dieses Projekt erst nach meinem Praktikum umgesetzt werden.
Besonders interessant ist für mich, dass ich thematisch zwar in einem ähnlichen Bereich wie in meiner Werkstudententätigkeit arbeite, allerdings auf der „anderen Seite“. Statt in einem reinen Büro bin ich nun direkt in der Produktion an den Maschinen-PCs und sehe, wofür die Programme aber auch die Maschinen genau genutzt werden.

Die Kollegen sind alle sehr freundlich und hilfsbereit, sowohl was Fachliches als auch Tipps für Wochenendausflüge, die Mitfahrgelegenheit zur Arbeit oder den Verleih des derzeit ungenutzten Fahrrads an mich betrifft. In Hindley selbst, wo ich derzeit noch wohne, gibt es leider nicht allzu viel außer Wohnhäusern, ein paar Supermärkten und Pubs. Da meine Kollegen größtenteils Familie haben, fahre ich stattdessen meistens nach Manchester, um an Veranstaltungen der International Society oder Meetups teilzunehmen und andere junge Leute und Studenten zu treffen. Die Bahnverbindungen sind jedoch sehr gut, wodurch ich bereits Trips nach Manchester, Liverpool, Chester und in den nächstgelegenen Nationalpark unternommen habe, aber auch Wochenendausflüge nach London, Edinburgh oder Cambridge sind ohne Probleme möglich.

Nachdem ich nun nach einem Monat mit all meinen Aufgaben angefangen habe, bin ich gespannt, was die restlichen drei Monate bringen werden und hoffe, danach mit meinem erweiterten Wissen wieder in Hannover als Werkstudentin anfangen zu können.



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Letzte Änderung: 29.06.2015